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FAQs: Antworten zu den rechtlichen Anforderungen Homeoffice

Antworten für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber

Ist mit Homeoffice Telearbeit oder mobiles Arbeiten gemeint?

    Unter Homeoffice ist umgangssprachlich jedes Arbeiten im Privatbereich zu verstehen. Zum Homeoffice zählt sowohl die klassische Telearbeit als auch neue Arbeitsformen wie das mobile Arbeiten von zu Hause. 

    Ab wann spricht man von Telearbeit?

    Telearbeit ist in der Arbeitsstättenverordnung definiert. Die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber richtet im Privatbereich von Beschäftigten einen Arbeitsplatz mit der entsprechenden Ausstattung ein (Mobiliar, Arbeitsmittel einschließlich der Kommunikationstechnik). Die Arbeit von zu Hause ist vertraglich geregelt, z. B. in einem Arbeitsvertrag oder einer Dienstvereinbarung. Hierfür macht die Arbeitsstättenverordnung entsprechende Vorgaben. Bei der Telearbeit gibt es verschiedene Organisationsformen wie z. B. die Teleheimarbeit (der Arbeitsplatz befindet sich permanent im Privatbereich des Beschäftigten) oder alternierende Telearbeit (Beschäftigte wechseln zwischen den fest installierten Arbeitsplätzen in der Betriebstätte und in der privaten Wohnung).

    Bei der mobilen Arbeit ermöglicht die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber Beschäftigten neben der Tätigkeit im Büro das gelegentliche Arbeiten von zu Hause oder von unterwegs unter Nutzung von stationären oder tragbaren Computern bzw. anderen Endgeräten (z. B. eine sporadische, nicht einen ganzen Arbeitstag umfassende Arbeit im Wohnbereich des Beschäf¬tigten oder das Arbeiten mit Laptop im Zug). Für mobile Arbeit gelten die allgemeinen Vorgaben des Arbeitsschutzgesetzes und des Arbeitszeitgesetzes. Begrenzt sich mobiles Arbeiten allein auf die Ausübung von Tätigkeiten im privaten häuslichen Bereich, ist zu prüfen, ob es sich um Telearbeit gemäß Arbeitsstättenverordnung handelt und die entsprechenden Vorgaben für Telearbeit erfüllt werden müssen.

    Ist Homeoffice mit Telearbeit gleichzusetzen?

    Die Begriffe „Telearbeit" und „Homeoffice" können in der Regel synonym verwendet werden, wobei der Gesetzgeber den Begriff „Telearbeit" statt „Homeoffice" verwendet.

    Welche Ausstattung muss die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber bei Telearbeit bzw. mobilem Arbeiten zur Verfügung stellen?

    Führen Beschäftigte Telearbeit durch, dann müssen die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber nach § 2 der Arbeitsstättenverordnung die benötigte Ausstattung entsprechend der im Büro stellen. Neben dem Mobiliar wie Schreibtisch und ergonomischem Bürostuhl zählen dazu Arbeitsmittel einschließlich der erforderlichen Kommunikationstechnik, z. B. Notebook, PC, Hard- und Software, separater Bildschirm oder externe Tastatur. Die entsprechende Bereitstellung ist grundsätzlich auch für das mobile Arbeiten zu empfehlen: Der Ausschuss für Arbeitsstätten hat sich soweit festgelegt, dass die Anforderungen für Bildschirmarbeitsplätze gemäß Anhang 6 der Arbeitsstättenverordnung auf mobiles Arbeiten übertragen werden können.

    Dürfen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern private Endgeräte im Homeoffice nutzen?

    Von der Bereitstellung privater Endgeräte wie Laptops oder Tablets durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist aus datenschutzrechtlichen Gründen abzuraten. Um der Trennung von Privat- und Berufsleben Rechnung zu tragen, sollte die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber Beschäftigten Dienstgeräte zur Verfügung stellen. Zudem stellen Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber so sicher, dass die Anforderungen an Bildschirmarbeit aus der Arbeitsstättenverordung erfüllt sind.

    Welche datenschutzrechtlichen Belange sind im Homeoffice zu erfüllen?

    Die Anforderungen an den Datenschutz gelten im Homeoffice gleichermaßen wie im Büro. Auch im Homeoffice haben Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber die Pflicht, den Umgang mit personenbezogenen Daten der Beschäftigten und Dritter entsprechend des Landesdatenschutzgesetzes (LDSG) zu erfüllen.

    Muss die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber bei Telearbeit/mobilem Arbeiten unterweisen?

    Die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber hat die Beschäftigten nach § 12 Arbeitsschutzgesetz vor Aufnahme der Tätigkeit im Homeoffice zu unterweisen. Dies gilt sowohl für Telearbeit als auch für mobiles Arbeiten. Damit werden Beschäftigte über den eigenverantwortlichen Umgang mit Risiken, z. B. in Hinblick auf den korrekten Umgang mit Geräten, die Einrichtung des Arbeitsplatzes oder einzuhaltende Arbeitszeiten informiert. Die Unterweisung ist regelmäßig zu wiederholen. Für Telearbeitsplätze ist im § 6 der Arbeitsstättenverordnung die Unterweisung konkretisiert (z. B. Unterweisung anhand der Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung zu Maßnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten). Zudem ist für Telearbeitsplätze festgelegt, dass die Unterweisung jährlich zu wiederholen ist.

    Sind die Arbeitsmittel bei Telearbeit/mobilem Arbeiten von der Arbeitgeberin/dem Arbeitgeber zu prüfen?

    Sowohl bei Telearbeitsplätzen als auch beim mobilen Arbeiten hat die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber die elektrisch ortsveränderlichen Betriebsmittel (alles was einen Stecker hat) nach den in der Gefährdungsbeurteilung festgelegten Zeitabständen zu prüfen.

    Muss die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber eine Gefährdungsbeurteilung erstellen?

    Für Telearbeitsplätze ist entsprechend § 3 Arbeitsstättenverordnung die Gefährdungsbeurteilung vor der Arbeitsaufnahme durchzuführen. Hierbei muss die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber die Anforderungen aus Anhang Nr. 6 Arbeitsstättenverordnung für Bildschirmarbeitsplätze beachten. Unterstützen kann hierbei die Fachkraft für Arbeitssicherheit und die Betriebsärztin oder der Betriebsarzt.

    Für mobile Arbeit ergibt sich die Gefährdungsbeurteilung aus dem Arbeitsschutzgesetz. Arbeitsplatzbegehungen sind im Falle des mobilen Arbeitens häufig nicht praktikabel. Deswegen müssen die Eignung von Tätigkeiten und die notwendigen Voraussetzungen für mobile Arbeit im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung geprüft werden. Hier können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktiv einbezogen werden, z. B. mit Checklisten zur Arbeitsumgebung und -ausstattung.

     Antworten für Beschäftigte 

    Ist mit Homeoffice Telearbeit oder mobiles Arbeiten gemeint?

    Unter Homeoffice ist umgangssprachlich jedes Arbeiten im Privatbereich zu verstehen. Zum Homeoffice zählt sowohl die klassische Telearbeit als auch neue Arbeitsformen wie das mobile Arbeiten von zu Hause.  

    Ab wann spricht man von Telearbeit?

    Telearbeit ist in der Arbeitsstättenverordnung definiert. Die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber richtet im Privatbereich von Beschäftigten einen Arbeitsplatz mit der entsprechenden Ausstattung ein (Mobiliar, Arbeitsmittel einschließlich der Kommunikationstechnik). Die Arbeit von zu Hause ist vertraglich geregelt, z. B. in einem Arbeitsvertrag oder einer Dienstvereinbarung. Hierfür macht die Arbeitsstättenverordnung entsprechende Vorgaben. Bei der Telearbeit gibt es verschiedene Organisationsformen wie z. B. die Teleheimarbeit (der Arbeitsplatz befindet sich permanent im Privatbereich des Beschäftigten) oder alternierende Telearbeit (Beschäftigte wechseln zwischen den fest installierten Arbeitsplätzen in der Betriebstätte und in der privaten Wohnung).

    Bei der mobilen Arbeit ermöglicht die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber Beschäftigten neben der Tätigkeit im Büro das gelegentliche Arbeiten von zu Hause oder von unterwegs unter Nutzung von stationären oder tragbaren Computern bzw. anderen Endgeräten (z. B. eine sporadische, nicht einen ganzen Arbeitstag umfassende Arbeit im Wohnbereich des Beschäf¬tigten oder das Arbeiten mit Laptop im Zug). Für mobile Arbeit gelten die allgemeinen Vorgaben des Arbeitsschutzgesetzes und des Arbeitszeitgesetzes. Begrenzt sich mobiles Arbeiten allein auf die Ausübung von Tätigkeiten im privaten häuslichen Bereich, ist zu prüfen, ob es sich um Telearbeit gemäß Arbeitsstättenverordnung handelt und die entsprechenden Vorgaben für Telearbeit erfüllt werden müssen.

    Ist Homeoffice mit Telearbeit gleichzusetzen?

    Die Begriffe „Telearbeit" und „Homeoffice" können in der Regel synonym verwendet werden, wobei der Gesetzgeber den Begriff „Telearbeit" statt „Homeoffice" verwendet.

    Bin ich bei Telearbeit/mobilem Arbeiten versichert?

    Beschäftigte stehen bei mobiler Arbeit – zum Beispiel im Homeoffice, im Hotel oder im Zug – automatisch unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Versichert sind neben der eigentlichen Arbeitstätigkeit auch sogenannte Betriebswege wie der Weg zum Drucker in einem anderen Raum sowie Wege, um zum Beispiel ein Getränk oder etwas zu essen zu holen oder zur Toilette zu gehen. Das heißt, dass bei mobiler Arbeit im selben Umfang Versicherungsschutz besteht, wie bei Ausübung der Tätigkeit auf der Unternehmensstätte.

    Versicherungsschutz besteht auch auf den Wegen zur Kinderbetreuung: Bringen Beschäftigte ihr Kind, das mit ihnen in einem gemeinsamen Haushalt lebt, aus dem Homeoffice zu einer externen Betreuung wie zur Kita oder Schule, stehen sie auf dem direkten Hin- und Rückweg unter Versicherungsschutz.

    Umfassender Schutz bei der UKBW besteht bei:

    • allen betrieblichen Tätigkeiten (z. B. Arbeiten am Laptop oder PC, Wechseln einer Druckerpatrone)
    • allen Wegen, die mit der betrieblichen Tätigkeit zusammenhängen, wie z. B.: der Weg zum Drucker, um Ausdrucke abzuholen, der Weg in die Küche, um sich etwas zu essen oder trinken zu holen, der Weg zur Toilette, der Weg zum Unternehmenssitz, bei Dienstreisen von zu Hause aus
    • direkten Hin- und Rückwegen vom gemeinsamen Haushalt zur externen Kinderbetreuung wie zur Kita oder Schule

    Nicht versichert sind dagegen Tätigkeiten, die dem privaten, sogenannten eigenwirtschaftlichen Lebensbereich zuzurechnen sind, wie beispielsweise das Essen oder Trinken selbst. Wird die Arbeit für private Erledigungen unterbrochen, besteht ebenfalls kein gesetzlicher Unfallversicherungsschutz. Diese Grundsätze gelten auch dann, wenn die Beschäftigten ihre Arbeit unterwegs erledigen.

    Darf die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber meine privaten Räume begutachten?

    Hier muss deutlich zwischen Telearbeit und mobiler Arbeit unterschieden werden. Wird lediglich mobile Arbeit ausgeführt, darf die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber die privaten Räume nicht begutachten. Wird stattdessen Telearbeit durchgeführt kann durch eine Begehung bzw. Besichtigung der Telearbeitsplatz sicher und gesund eingerichtet und einmalig beurteilt werden. Dafür sollten sich Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber mit der Vereinbarung zur Telearbeit ein einmaliges Zugangsrecht zur Wohnung zusichern lassen. Weitere Begehungen und Besichtigungen, z. B. in regelmäßigen Zeitabständen, sind nicht erlaubt.

    Muss ich als Beschäftige/Beschäftigter ständig erreichbar sein?

    Eine ständige Erreichbarkeit kann auch im Homeoffice nicht von den Beschäftigten verlangt werden. Auch im Homeoffice gilt das Arbeitszeitgesetz. Hier ist eine klare Kommunikation zu den Erreichbarkeitszeiten, z. B. durch Kalendereinträge, Mailboxansage oder Abwesenheitsnotiz, und das daran Halten von Vorteil. 

    Sichere und gesunde Digitalisierung: Wie unterstützt die UKBW ihre Mitgliedsbetriebe?

    Die Veränderungen der Arbeitswelt sind weitreichend: Arbeitsformen wandeln sich, der Einsatz moderner Technologien kreiert neue Tätigkeiten, das zeit- und ortsflexible Arbeiten nimmt zu. Gefragt ist eine sichere und gesunde Arbeitsgestaltung, die mögliche Auswirkungen auf die Gesundheit der Beschäftigten in den Blick nimmt. Das gilt auch für die öffentliche Verwaltung, die aktuell vor der Herausforderung einer nutzerorientierten, effizienten und innovativen Digitalisierung steht. Mit ihrem Aktionsthema „Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung sicher und gesund gestalten“ unterstützt die UKBW ihre Mitglieder durch individuelle Beratung sowie Informations- und Qualifizierungsangebote.