Zehn Schulen als Gewinner des „Tags der Schülersicherheit 2026“ prämiert

28.07.2026

Teilnehmenden beim Tag der Schülersicherheit

Die Unfallkasse Baden-Württemberg (UKBW) hat gemeinsam mit dem Kultus- und Innenministerium Baden-Württemberg auch 2026 wieder den „Tag der Schülersicherheit“ ausgerufen. Unter den 77 eingereichten Beiträgen hat die Unfallkasse gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Ministerien zehn Gewinnerschulen ausgewählt. Die prämierten Themen reichen von Gewaltprävention, Sucht, Depression und Ängste über leichteres Lernen durch Bewegung und Fitness, gesunde Ernährung sowie Verkehrssicherheit. Jede Gewinnerschule erhält eine Urkunde und je 2.000€. Zudem werden drei Schulen mit einem Sonderpreis ausgezeichnet: Dabei handelt es sich um besonders herausragende Projekte, die durch ein Profi-Filmteam in Kurzvideos verfilmt werden.

„Sichere und gesunde Schülerinnen und Schüler – das ist unser Ziel! Unsere Prävention wirkt – die Unfallzahlen sinken. Entscheidend ist nicht die einmalige Maßnahme, sondern die konsequente und kontinuierliche Umsetzung von Prävention im Alltag. Gemeinsam mit dem Land Baden-Württemberg arbeiten wir für eine gesunde Lernumgebung und einen sicheren Schulweg. Unser Tag der Schülersicherheit zeigt auch dieses Jahr wieder, dass es viele engagierte Schulen mit tollen Best-Practice-Projekten in Baden-Württemberg gibt, die in der Schulgemeinschaft einiges auf die Beine stellen. Danke für Ihr Engagement!“, würdigt UKBW-Geschäftsführerin Tanja Hund den Einsatz aller Schulen, die sich beworben haben. 

„Unsere Schulen leisten einen wichtigen Beitrag, dass unsere Schülerinnen und Schüler sicher unterwegs sind und gesund bleiben. Der Tag der Schülersicherheit greift dies auf, indem die herausragenden Projekte eines Schuljahrs zu den Themen Prävention, Sicherheit und Gesundheit ausgezeichnet werden. Viele dieser Projekte haben Beispielcharakter und können ein Vorbild für andere Schulen sein“, betont der Staatssekretär im Ministerium für Kultus Baden-Württemberg, Andreas Deuschle MdL. 

Die Auszeichnung wurde von Tanja Hund, Geschäftsführerin der UKBW, und Staatssekretär Andreas Deuschle MdL vorgenommen. Die Preisverleihung und Prämierung aller Gewinnerschulen fand am 27. Juli in der Sophie-Scholl-Schule in Ludwigsburg statt.

Mit dem „Tag der Schülersicherheit“ werden jedes Jahr Vorbild-Projekte an Schulen in Baden-Württemberg ausgezeichnet, die sich gemeinsam mit ihren Schülerinnen und Schülern und weiteren Beteiligten wie z. B. Lehrkräften, Eltern und außerschulischen Partnern für mehr Sicherheit und Gesundheit in der Schule und auf dem Schulweg einsetzen. Kreativität, Ideenreichtum und das Engagement der Schülerinnen und Schüler stehen dabei im Mittelpunkt. Diese Projekte sollen auch andere Schulen zum Nachahmen auffordern. 

 

Die Preisträger 2026:

Thema: Sicher zur Schule – Verkehrssicherheit

Sonderpreisträger: Sophie-Scholl-Schule Ludwigsburg: Schulstraßenaktion

Die Ganztagsschule stand täglich vor gefährlichen Verkehrssituationen: enge Schulgasse, zu schnelles Fahren trotz Tempo 30. Am 22. Mai 2025 wurde die Straße für den Durchgangsverkehr gesperrt – auch für Elterntaxis. Die Kinder eroberten die Straße als Lebensraum zurück, gestaltet mit eigenen Motiven aus dem Kunstunterricht.

Die Aktion machte die Problemlage sichtbar und mobilisierte ein starkes Bündnis aus Eltern, Kindern, Lehrkräften und Politik. Sie fand große mediale Beachtung. Bereits im August 2025 wurde die Schulgasse in eine der ersten Schulstraßen Baden-Württembergs umgewandelt. Die Jury würdigt das engagierte und zielgerichtete Miteinander aller Beteiligten sowie das vorbildliche, gut übertragbare Konzept.

Quenstedt-Gymnasium Mössingen: Umwelt- und Verkehrsmentoren für den Bus-, Bahn-, Rad- und Fußverkehr

Zu Beginn jedes Schuljahres begleiten Umwelt- und Verkehrsmentoren der Klassen 8 bis 12 Kinder aus Klasse 5 zu Bussen und Bahnen. So reduzieren sie Elterntaxis und den CO2-Verbrauch. Sie sprechen mit Verkehrsplanern im Rathaus über Schlaglöcher auf Radwegen und Gefahren für Fußgänger. Als Verkehrsmentoren für den Bus-, Bahn-, Rad- und Fußverkehr sind sie in Erster Hilfe bei Verkehrsunfällen und im Umgang mit Streit auf dem Schulweg ausgebildet. Sie wissen mit Gefahrensituationen an Bushaltestellen und Bahnanlagen umzugehen. Ihr Ziel ist sichere, selbstaktive und nachhaltige Mobilität.

SMV Wentzinger-Gymnasium Freiburg: Schulstraße am Wentzinger-Gymnasium

Am Wentzinger-Gymnasium hat die Schülermitverantwortung eine Schulstraße auf den Weg gebracht. Ziel ist es, die Verkehrssicherheit im Schulumfeld zu verbessern, den Autoverkehr – insbesondere Elterntaxis – zu reduzieren und nachhaltige, selbstständige Mobilität von Schülerinnen und Schülern zu fördern. Aus einer ursprünglich gefährlichen Verkehrssituation wurde ein starker Impuls für mehr Sicherheit und nachhaltige Mobilität. Ein autofreier Aktionstag mit vielen Teilnehmenden machte das Thema sichtbar und brachte die ganze Entwicklung in Gang.


Thema: Stark und sicher im Schulalltag – Gewaltprävention, Sucht, Resilienz, Depression und Ängste

Sonderpreisträger: Ottheinrich-Gymnasium Wiesloch: Psychiatrie macht Schule

Beim Projekt „Psychiatrie macht Schule“ handelt es sich um ein Unterrichtsmodul von fünf Doppelstunden. Es richtet sich an Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren und hat zum Ziel, sie behutsam an das Thema psychische Gesundheit heranzuführen. Besonders ist die enge Zusammenarbeit mit einer psychiatrischen Klinik: Die fachliche Expertise der Klinikreferentin ergänzt den Psychologieunterricht am Gymnasium optimal. Den persönlichen Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler mit Gesundheit und Krisen wird dabei besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Ein Klinikbesuch sowie der Austausch mit einer selbst betroffenen Person tragen dazu bei, Barrieren abzubauen und das Verständnis für psychische Gesundheit zu vertiefen.

Schlossberg-Realschule Albstadt-Ebingen: Zwischen Kick und Krise – Ein Projekt zur Suchprävention

An der Schlossberg-Realschule setzt das Suchtpräventionsprojekt auf Wissen und echte Begegnung. Fachliche Impulse, eine Autorenlesung und literarische Vertiefung im Unterricht machen Risiken von Sucht greifbar und nahbar. So lernen Achtklässlerinnen und Achtklässler, Suchtgefahren zu erkennen und bewusst gegenzusteuern.

Lindenschule Murr: Sorgenfresserraum & Co – Ein Projekt zur Krisen- und Stressbewältigung

An der Lindenschule Murr im sogenannten „Sorgenfresserraum“ haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, über ihre Ängste, Sorgen und Anliegen zu sprechen. Ergänzend dazu gibt es einen Entspannungsraum, in dem die Schülerinnen und Schüler verschiedene Entspannungstechniken erlernen. Zusätzlich steht ein Ruheraum als Rückzugs- und Erholungsort zur Verfügung. So entsteht im Schulalltag ein geschützter Ort für Krisenbewältigung und Resilienz.

Hohenstaufen-Gymnasium Göppingen: Kurz Mutig Sein – Aufruf zur Zivilcourage

In der Songwriting-AG des Hohenstaufen-Gymnasiums entstehen Lieder zu Zivilcourage, Zusammenhalt und gesellschaftlichen Fragen. Die Schülerinnen und Schüler bringen ihre Gedanken künstlerisch zum Ausdruck und zeigen sie auf Bühne und im Tonstudio und beziehen die gesamte Schulgemeinschaft ein. Die Verbindung von politischer Bildung, Kreativität und musikalischer Praxis ermöglicht ihnen Partizipation und Demokratiebildung. So wird aus Musik ein starkes Zeichen für Demokratie und Haltung.

 

Thema: Gesund im Schulalltag – Gesunde Ernährung, Bewegung & Fitness, leichter Lernen durch Bewegung

Sonderpreisträger: Astrid-Lindgren-Schule Forst: APaKu – Astrids Pausenkunst

In der Schülerfirma „APaKu – Astrids Pausenkunst“ stellen Grundschülerinnen und Grundschüler selbstständig Jonglierstäbe – sogenannte Flowersticks – aus überwiegend recycelten Materialien her. Sie durchlaufen dabei alle Schritte des Herstellungsprozesses eigenständig, von der Planung und dem Entwurf bis hin zum fertigen Produkt. In der APaKu-Area, einem eigenen Bewegungsraum auf dem Pausenhof, üben die Kinder das Jonglieren. Hierfür gibt es auch angeleitete Einheiten. Das Projekt fördert neben Bewegung die motorischen, kognitiven und sozialen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler. Indem die Kinder Workshops in umliegenden Kindergärten gestalten und durchführen, übernehmen sie Verantwortung und erleben sich selbst als aktiv Gestaltende.

Grundschule Irndorf: Fit und gesund durch den Schultag

An der Grundschule Irndorf beginnt der Tag mit einem gemeinsamen Workout für die Klassen 1 bis 4. Die altersgerechten Bewegungsaufgaben fördern Motorik, Gleichgewicht, Koordination und Ausdauer – und sorgen für einen aktiven Start in den Tag. Zusätzlich können die Schülerinnen und Schüler mit einem Tischaufsatz im Stehen arbeiten und langes Sitzen ausgleichen. Das Projekt bringt Bewegung direkt und ganz selbstverständlich in den Schulalltag. 

Geschwister-Scholl-Gemeinschaftsschule Heidelberg: GSS Gemeinschaftsgarten

Im Gemeinschaftsgarten der Geschwister-Scholl-Gemeinschaftsschule wird Nachhaltigkeit praktisch erlebbar. Hier arbeiten Schülerinnen und Schüler von der ersten bis zur zehnten Klasse zusammen, lernen den Umgang mit Lebensmitteln und übernehmen Verantwortung. Das Projekt verbindet Lernen, Inklusion und ökologisches Handeln.

Weitere Informationen

 

Fotos: Julian Beekmann