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Unfallkasse Baden-Württemberg (UKBW)
Gesetzliche Unfallversicherung
Körperschaft des öffentlichen Rechts
Augsburger Straße 700
70329 Stuttgart
24.03.2026
Gesundes Arbeiten managen: 8. KoBrA‑Konferenz zeigt auf, wie man aktuellen Herausforderungen in der Pflege erfolgreich begegnen kann
130 Führungskräfte und Arbeitsschutzverantwortliche diskutieren in Stuttgart praxisnahe Strategien für betriebliches Gesundheitsmanagement
Wie kann gesundes Arbeiten in der Pflege unter den Bedingungen von Fachkräftemangel, Zeitdruck und stetigem Wandel gelingen? Dieser Frage widmete sich die 8. KoBrA‑Konferenz „Gesundes Arbeiten managen – Wandel gemeinsam gestalten“ am 24. Februar 2026 in der Sparkassenakademie Stuttgart. 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten die Veranstaltung, um sich über aktuelle Herausforderungen, gute Praxisbeispiele und konkrete Handlungsmöglichkeiten auszutauschen. Eingeladen hatte die „Kooperation Breitenumsetzung von Arbeitsschutz in der Pflege“ (KoBrA BW) unter Federführung der Unfallversicherungsträger BGW und UKBW und der AOK Baden-Württemberg.
„Pflege ist eine Branche im Wandel und gesundes Arbeiten eine zentrale Voraussetzung, um Beschäftigte langfristig zu binden und Versorgungsqualität zu sichern.“ Mit dieser Erkenntnis eröffnete Ulrich Hoffmann von der Unfallkasse die Tagung und versprach: „Mit den heutigen Themen wollen wir Ihnen dafür praxisnah etwas an die Hand geben.“ Dr. Amanda Breckner vom Sozialministerium unterstrich die Wichtigkeit, den Wandel in der Pflege gesund zu gestalten. Sie wies besonders auf digitale Entwicklungen hin, die die Pflege bereichern könnten, aber auch gut begleitet werden müssten.
Den fachlichen Schwerpunkt setzte Michaele Münch, Koordinatorin für Betriebliches Eingliederungsmanagement der Marienhaus‑Gruppe und BGM‑Beraterin. In ihrem Impulsvortrag machte sie deutlich, dass es „das eine“ betriebliche Gesundheitsmanagement nicht gibt. Entscheidend sei vielmehr, ein gemeinsames Grundverständnis zu entwickeln und BGM als langfristigen Entwicklungsprozess zu begreifen. Anhand konkreter Erfahrungen aus der Praxis zeigte Münch, welche Meilensteine und Stolpersteine Organisationen auf diesem Weg erwarten – von der Haltung der Führungsebene über die Einbindung von Mitarbeitenden bis hin zur Frage, wie es gelingt, Unterstützerinnen und Unterstützer zu gewinnen.
Konkrete Hilfestellungen der Prävention präsentierte Christian Konrad, Spezialist für betriebliches Gesundheitsmanagement der AOK Baden‑Württemberg. Er stellte das AOK-Angebot QualiPEP vor, das in Form von Checklisten Pflegeeinrichtungen dabei hilft, ihre Aktivitäten in Prävention für Bewohnende und betrieblicher Gesundheitsförderung systematisch weiterzuentwickeln. Alexander Bach (UKBW) ergänzte das vorgestellte Instrumentarium um die neu entwickelten „KoBrA-Factsheets“, niedrigschwellige Handlungshilfen im Arbeitsschutz.
Am Nachmittag vertieften die Teilnehmenden ausgewählte Themen in verschiedenen Workshop-Angeboten. Im Workshop „Gesunde Arbeit digital – Impulse für ein zukunftsfähiges BGM“, geleitet von Melanie Müller und Barbara Schmoll von der Diakonie Baden, stand der praktische Einsatz digitaler Technologien im Pflegealltag im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden setzten sich unter anderem mit sprachbasierter Pflegedokumentation, der digitalen Erfassung von Sturzereignissen sowie mit innovativen Ansätzen wie Klangkissen und Virtual‑Reality‑Brillen auseinander. Im Fokus: Das Ausprobieren der Anwendungen und das direkte Feedback der Praxis.
Im Workshop „Chancen und Herausforderungen interkulturell gemischter Teams“ legten Katja Fischer und Jaqueline Richter (BGW) einen Schwerpunkt auf kulturell bedingte unterschiedliche Kommunikationsweisen. Der Austausch mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern machte auch deutlich, dass Kultur weit mehr umfasst als Sprache allein und dass eine grundsätzliche kulturelle Offenheit auch im Arbeitskontext wichtig ist.
Großes Interesse fand auch der Workshop „Hitzeschutz in der Pflege: Strategien für die Praxis“ mit Lilly Leppmeier (BGW). Viele Teilnehmende berichteten, dass sie sich in ihren Einrichtungen bereits mit dem Thema Hitzeschutz beschäftigen. Gleichzeitig bestand ein deutlicher Bedarf an weiteren Impulsen, Austausch und konkreten Hilfestellungen, die gemeinsam diskutiert wurden.
Dr. Verena Fiedler (BGW) betonte in ihrem Abschlussfazit, der Wandel in der Pflege besitze viele Facetten und auch Herausforderungen. „Wir haben heute gesehen, warum es so wichtig ist, gesundes Arbeiten als festen Bestandteil jeder Organisationsentwicklung zu verstehen“, so Fiedler. „Die Impulse der Veranstaltung helfen dabei, den Wandel aktiv und gesundheitsorientiert zu gestalten.“
Information zu KoBrA BW
Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) und die Unfallkasse Baden-Württemberg (UKBW) sind die gesetzlichen Unfallversicherungsträger für die Beschäftigten in der Pflege in Baden-Württemberg. Unser Ziel: Gemeinsam mit den Pflegeeinrichtungen die Sicherheit und Gesundheit der Pflegenden und damit auch gute Pflege sicherzustellen. Dazu braucht es kompetente Partner – daher die Kooperation Breitenumsetzung von Arbeitsschutz in der Pflege, kurz KoBrA: eine Kooperation von BGW und UKBW mit AOK, Landesministerien, Arbeitsschutzverwaltung, Medizinischem Dienst, Verbänden der frei-gemeinnützigen, öffentlichen und privaten Pflegeanbieter.