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Unfallkasse Baden-Württemberg verleiht zum ersten Mal Preis für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz

Vier Best-Practice-Projekte aus Baden-Württemberg erhalten Auszeichnung

Im Rahmen ihres „UKBW Kommunaldialogs“ hat die Unfallkasse Baden-Württemberg (UKBW) am 8. April zum ersten Mal den UKBW-Preis verliehen. Mit ihm zeichnet die UKBW Mitgliedsbetriebe aus, die sich in besonderer Weise für sichere und gesunde Arbeitsplätze einsetzen und mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern neue Wege gehen. Der Preis wurde zur aktuellen kommmitmensch-Kampagne der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) ausgerufen, die sich für eine Kultur der Prävention einsetzt. Der erste Platz ist mit 10.000 Euro dotiert.

„Mit diesem Preis wollen wir Best-Practice in unseren Betrieben zeigen und andere ermutigen, sich für sichere und gesunde Arbeit einzusetzen. Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigen unsere vier Gewinner, die auf ganz unterschiedliche Weise von kleinen Instrumenten bis hin zu strukturellen Änderungen für ihre Beschäftigten große Verbesserungen erzielen. Wir wollen zum Nachahmen auffordern und eine Kultur der Prävention in den Betrieben etablieren. Unsere vier Preisträger haben vorgemacht, was gemeinsam mit den Beschäftigten im Betrieb erreicht werden kann – herzlichen Glückwunsch“, beglückwünscht Siegfried Tretter, Geschäftsführer der UKBW die Preisträger im Rahmen der Preisverleihung.

Aufgerufen waren alle Mitgliedunternehmen, die bei der Unfallkasse Baden-Württemberg gesetzlich unfallversichert sind, Projekte einzureichen, wie sie in ihren Betrieben mit guter Führung, Kommunikation auf Augenhöhe, fairem Miteinander und einem gesunden Betriebsklima für ein gesundes und sicheres Arbeiten sorgen. Die Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger erfolgte im März durch eine Jury, die aus den Bewerbungen vier Projekte ausgewählt hat.

Dem achtköpfigen Gremium gehört neben der Geschäftsführung sowie Klaus Jehle und Dagmar Schorsch-Brandt als Vertreter des UKBW-Vorstands weitere namhafte Vertreter der kommunalen Spitzenverbände und Arbeitnehmervertreter an. Als Vertreter der kommunalen Spitzenverbände nahm Dr. Alexis von Komorowski, Hauptgeschäftsführer des Landkreistages Baden-Württemberg und Harald Burkhart, Referent für Organisation, Personalwesen und Europa des Gemeindetags Baden-Württemberg sowie Sina Wildhagen, Referentin und Leiterin zentrale Dienste des Städtetages Baden-Württemberg die Auswahl der Preisträger vor. Martin Kunzmann, DGB-Landesvorsitzender Baden-Württemberg, war als Arbeitnehmervertreter bei der Jury dabei. Um ein möglichst breites Feld an unterschiedlichen Projekten zu erhalten, wurde der zweite Platz zwei Mal vergeben. Von allen Projekten der Gewinner-Projekte wurde ein kurzer Filmtrailer gedreht.

„Aus unserer beruflichen Praxis wissen wir, dass gesundes und sicheres Arbeiten in den Unternehmen zum Gewinn beiträgt. Wer Sicherheit und Gesundheit zur gemeinsamen Sache der Belegschaft im Betrieb macht, kann von dieser Präventionskultur mit dem „Return on Prevention“ mit dem Faktor 2,2 profitieren“, so Geschäftsführer Siegfried Tretter im Talk mit den Jury-Mitgliedern.

Großer Dank wurde von Siegfried Tretter allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihre Bewerbung ausgesprochen. Ihr wichtiges und wertvolles Engagement für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz wurde mit einer Anerkennungsurkunde gewürdigt: „Unser Ziel ist es, Betriebe zu ermutigen, Standards für sichere und gesunde Arbeit in den Betrieben etablieren – gerne unterstützen wir dabei. Bei unseren Preisträgern haben die Beschäftigten genau das gemacht: Die Herausforderungen in ihren Betrieben gemeinsam angepackt – herzlichen Dank für Ihr Engagement und weiter so!“

Die Projekt-Filme der einzelnen Preisträger können Sie hier ansehen:

Erster Platz – Technische Betriebe Stadt Konstanz: Gestaltung von alternsgerechten Arbeitsplätzen
Das Konzept „Gestaltung von alternsgerechten Arbeitsplätzen“ ist wertschätzend, wertschöpfend und sinnstiftend. Beschäftigte haben die Möglichkeit, im Team Arbeiten entsprechend ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit zu erfüllen und damit in voller Erwerbstätigkeit bis zur Rente eine vollwertige Tätigkeit nachzugehen. Es zeigt, dass im Team gesunde und sichere Arbeit entsprechend der körperlichen Leistungsfähigkeit für alle möglich ist.

Zweiter Platz – Landratsamt Karlsruhe: Ein starkes Team für eine starke Zukunft – Arbeitgebermarke
Das Landratsamt Karlsruhe zeigt mit seinem umfassenden Arbeitgeberkonzept, wie es gelingen kann, gemeinsam mit den Beschäftigten eine lebendige Arbeitgebermarke zu entwickeln. Der ganzheitliche Ansatz reicht von der E-Learning-Plattform des Landratsamtes für Fort- und Weiterbildungen über zahlreiche Angebote zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Neueinsteigertreffen für neue Mitarbeiter bis hin zu Bausteinen der Gesundheitsplanung, Führungsthemen und vielem mehr – ein umfassendes Konzept, das gemeinsam mit den Beschäftigten kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert wird.

Zweiter Platz – Polizeipräsidium Aalen: Newsticker mit NachgefrAAgt
100% Identifikation und Partizipation! Das Polizeipräsidium zeigt mit seinem Newsticker, wie es gelingen kann, alle Beschäftigten – egal, ob im Präsidialbüro oder im Streifenwagen – mit allen Informationen gleichlaufend und unabhängig von Ort und Zeit zu erreichen. So sind alle Beschäftigten im Innen- oder Außendienst auf dem gleichen Informationsstand. Mit ihrem Instrument „NachgefrAAgt“ schafft es das Polizeipräsidium Aalen außerdem, schnell und unkompliziert unklare Sachverhalte zu klären und Sicherheit bei den Beschäftigten zu unterschiedlichen Themen zu schaffen, in dem sie sich um die öffentliche Beantwortung dieser Fragen kümmern. 

Dritter Platz – Landratsamt Hohenlohe – familienbewusst&demografieorientiert
Mit dem Projekt „familienbewusst&demografieorientiert“ hat das Landratsamt Hohenlohekreis eine umfassende Organisationsentwicklung angestoßen. In Kooperation mit der Familien-Forschung BW hat das Landratsamt gemeinsam mit den Beschäftigten sechs Handlungsfelder bearbeitet, um gemeinsam im Team ein gesundes und sicheres Arbeitsumfeld aktiv zu gestalten. Das Landratsamt Hohenlohe zeigt damit, wie man als moderne und innovative Verwaltung mit gutem Beispiel vorangehen kann.

Rückfragen an Dr. Sigune Wieland, sigune.wieland@ukbw.de; Tel.: 0711-9321 8364

Das ist der Kommmitmensch:

Pflicht und Kür im Arbeitsschutz. Wie Betriebe von einer Kultur der Prävention profitieren, zeigt die Kampagne kommmitmensch.
Arbeitsschutz im Betrieb rechtssicher zu organisieren, ist eine unternehmerische Pflicht. Wer darüber hinaus die Kür beherrscht, macht Sicherheit und Gesundheit zur gemeinsamen Sache der Belegschaft. Die Kampagne kommmitmensch der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen zeigt, wie vielfältig Betriebe von einer solchen Präventionskultur profitieren.
Denn neben den wichtigen Gesetzen und Verordnungen im Arbeitsschutz, kann der Arbeitsschutz mehr als Rechtssicherheit. Wie diese Kür aussehen kann, zeigt die Kampagne kommmitmensch. Bei dieser Präventionskampagne geht es darum, das soziale Miteinander als Schlüssel für den Erfolg des Betriebs in den Mittelpunkt zu stellen und eine eigene Präventionskultur aufzubauen oder weiterzuentwickeln.

kommmitmensch gibt keine Vorschriften, sondern wirbt für ein sicheres und gesundes Miteinander. Unter dem Schlagwort „Kultur der Prävention“ unterstützt kommmitmensch Unternehmen und öffentliche Einrichtungen dabei, an den richtigen Stellschrauben für sichere und gesunde Arbeit zu drehen. Denn es lohnt sich für Betriebe in den betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz zu investieren – und rentiert mit dem Faktor 2,2, dem sogenannten „Return on Prevention“.

Präventionskultur macht den Unterschied
Die langfristig angelegte Kampagne der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen zielt darauf ab, gute betriebliche Praxis zu stärken. Denn wer die Kür beherrscht, meistert auch zukünftige Herausforderungen.
Sicher und gesund arbeiten – das lässt sich nur erreichen, wenn es selbstverständlich ist, auf Risiken zu achten und Potentiale für die Gesundheit zu erkennen. Werden Sicherheit und Gesundheit zu zentralen Themen im Unternehmen, dann sind sie kein Kostenfaktor, sondern tragen langfristig entscheidend zum Erfolg bei. Das gelingt, wenn die Handlungsfelder – die alle miteinander verknüpft sind – immer wieder im Fokus stehen. Ob Lehrer oder Kind, Geschäftsführerin oder Sicherheitsbeauftragter, Angestellter oder Tierpfleger – alle haben eines gemeinsam: Sie können kommmitmenschen sein.

Kulturwandel erfordert Handeln – Die Präventionskultur im Praxischeck
Die zentralen Instrumente der Kampagne sind ein 5-Stufen-Modell, der Kurzcheck und die kommmitmensch-Dialoge, mit denen der Kulturveränderungsprozess angestoßen werden können.

Dabei sind sechs Handlungsfelder besonders wichtig:

•    Sicherheit und Gesundheit – Selbstverständlich einbeziehen als integrierter Bestandteil aller Aufgaben: Erhöhung der Verbindlichkeit, mit der auf Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit in Betrieben geachtet wird z.B. durch Leitlinien, Leitbilder und Unternehmenszielen, Betriebsvereinbarungen, Managementsysteme für Sicherheit und Gesundheit, Investition in Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, Schulung bzw. Weiterbildung der Beschäftigten

•    Führung – Die Unternehmensleitung als entscheidender Impulsgeber- Intensivierung und Förderung einer sicherheits- und gesundheitsgerechten Führung z.B. durch Führungsgrundsätze im Unternehmensleitbild, kooperatives mitarbeiter-, mitwirkungsorientiertes und damit gesundheitsförderndes Verhalten

•    Kommunikation – Miteinander reden ist das A und O
Verbesserung und Erweiterung der Kommunikation zwischen Führungskräften und Beschäftigen sowie Beschäftigten untereinander z.B. durch transparente Informationen – direkter Informationsfluss, wertschätzendes Kommunikationsverhalten, Rückmeldung über Arbeitsleistung an Beschäftigte, regelmäßige Besprechungen, Jahresmitarbeitergespräche

•    Beteiligung – Erfahrung und das Wissen der Beschäftigten intensiv nutzen
Aktive Einbeziehung der Beschäftigten in Prozesse der Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit im Betrieb z.B. durch zur Sicherheit und Gesundheit, Mitarbeiterbefragungen, Gefährdungsbeurteilungen, Beteiligung der Beschäftigten im Rahmen einer Ideenwerkstatt

•    Fehlerkultur – Fehler offen diskutieren und daraus lernen
Intensivierung einer konstruktiven Fehlerkultur im Betrieb z.B. durch konstruktive Fehlerkultur im Unternehmensleitbild, Fehler und Fehlerrisiken sind transparent, werden bewertet, Maßnahmen werden abgeleitet, Beinahe-Unfälle reflektieren und Maßnahmen ableiten, kontinuierliches Verbesserungsmanagement

•    Betriebsklima – In meinem Betrieb fühle ich mich wohl!
Schaffung eines sicheren und gesunden sozialen Betriebsklimas, das durch Kollegialität und gegenseitige Unterstützung geprägt ist z.B. durch positives und verantwortliches Miteinander, Regeln der Zusammenarbeit, gemeinsame Aktivitäten wie Betriebsfeste, Gesundheitstage, Betriebssport, bewusstem Umgang mit Diversität
Die Handlungsfelder stehen dabei nicht für sich alleine, sondern verstärken sich gegenseitig. Es macht daher Sinn, sich mit allen Handlungsfeldern zu beschäftigten – nicht gleichzeitig, sondern Schritt für Schritt nach eigenen Schwerpunkten. In ihrer Gesamtheit machen die sechs Handlungsfelder die Kultur der Prävention eines Unternehmens aus.
Weitere Informationen zur Kommmitmensch-Kampagne der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung finden Sie unter https://www.kommmitmensch.de/

Hintergrund „kommmitmensch“

kommmitmensch ist die bundesweite Präventionskampagne von Berufsgenossenschaften, Unfallkassen und ihrem Spitzenverband Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV). Hintergrund ist, dass die Zahl der Arbeitsunfälle in den vergangenen Jahren nicht mehr deutlich gesunken ist. Um dem Ziel der Vision Zero, einer Welt ohne Arbeitsunfälle und arbeitsbedingte Erkrankungen, weiter voranzubringen, brauchen wir einen ganzheitlichen Ansatz: kommmitmensch unterstützt Unternehmen und Bildungseinrichtungen dabei, eine Präventionskultur zu entwickeln, in der Sicherheit und Gesundheit Grundlage allen Handelns sind.