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Helfer bei Bauarbeiten

Allgemeine Informationen

Bei der UKBW sind Personen versichert, die als Selbsthelfer im öffentlich geförderten Wohnungsbau tätig sind oder als Helfer bei kurzen nicht gewerbsmäßigen Bauarbeiten Tätigkeiten verrichten.

Selbsthelfer im öffentlich geförderten Wohnungsbau

Dazu zählen:

  • der Bauherr selbst
  • seine Angehörigen (Ehegatte, Lebenspartner, Verwandte und Verschwägerte in gerader Linie und zweiten Grades Seitenlinie, Pflegekinder und Pflegeeltern)
  • andere, die unentgeltlich oder auf Gegenseitigkeit tätig werden.

Voraussetzungen für den Versicherungsschutz als Selbsthelfer im öffentlich geförderten Wohnungsbau:

  • Schaffung von Wohnraum (keine Renovierungs- und Instandhaltungsarbeiten)
  • Förderung des Wohnungsbaus mit öffentlichen Mitteln im Sinne des II. Wohnungsbaugesetzes oder nach § 16 Abs. 1 Nr. 1-3 des Wohnraumförderungsgesetzes. Ein entsprechender Bescheid über die Bewilligung muss vorliegen
  • Es wird eine Eigenleistung in Form der Selbsthilfe (= tätige Mithilfe) erbracht, deren Wert mindestens 1,5 Prozent der Baukosten beträgt.
  • Nutzung als Familienheim durch den Bauherrn und seine Familie oder einen Angehörigen des Bauherrn und dessen Familie.

Erfolgt die Mithilfe am Bauvorhaben durch fremde Arbeitskräfte gegen Entgelt bzw. Sach- oder andere Bezüge, besteht kein Versicherungsschutz nach den genannten Kriterien. Zuständiger Unfallversicherungsträger ist dann grundsätzlich die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft.

Versicherte Tätigkeiten von Selbsthelfern im öffentlich geförderten Wohnungsbau

Versicherte Tätigkeiten von Selbsthelfern im öffentlich geförderten Wohnungsbau sind alle Tätigkeiten, die der Fertigstellung von Wohnraum dienen und in einem rechtlich wesentlichen Zusammenhang mit dem Bau stehen, z. B.

  • Ausbau oder bauliche Erweiterung, wenn hierdurch zusätzlicher Wohnraum geschaffen wird.
  • Bauliche Vorbereitungsmaßnahmen wie Aufschließung des Geländes, Abbruch vorhandener Bausubstanz, Heranschaffen von Rohmaterial, das noch einer Verarbeitung bedarf, bevor es als Baumaterial verwendet werden kann (z. B. Herausschleifen von Holz aus dem Wald zum Sägewerk zur Weiterverarbeitung für den Dachstuhl), Errichtung einer Einfriedungsmauer, Ausschachten eines Brunnens.
  • Verrichtungen, die beim Bau vorgenommen werden (z. B. Verschließen des Rohbaus und der Baubude).
  • Arbeitsleistungen, die zur Deckung der Gesamtkosten des Bauvorhabens erbracht werden (z. B. Wege zum bauleitenden Architekten).
  • Mehrere Jahre nach Vollendung des Baues durchgeführte sachgereche Ergänzung und Vollendung des Baues (z. B. nachgeholter Bau einer Garage, Vergittern der Fenster nach Einbruch, Isolierung der Kelleraußenmauern, Errichten einer neuen Treppe).
  • Unmittelbare mit der Tätigkeit in Zusammenhang stehende Wege

Grundsätzlich dienen die in der Steuerbegünstigung (10 Jahre) festgelegten Fristen auch als zeitliche Grenze für den Versicherungsschutz.

Nicht versichert sind dagegen z. B.

  • Umbau, wenn kein zusätzlicher Wohnraum geschaffen wird,
  • Ausbesserungs- oder laufende Instandhaltungsarbeiten,
  • Möbeltransport, das Legen von nicht mit dem Boden fest verbundenen Teppiche,
  • hauswirtschaftliche Arbeiten,
  • Ausmessen eines künftigen Zimmers,
  • Erweiterung eines Daches,
  • Kontrolle der Handwerker durch den Bauherrn,
  • Tätigkeiten im Rahmen der Finanzierung,
  • private Tätigkeiten, wie z. B. Essen, Trinken, Schlafen usw. (Aufsatz „Versicherungsschutz im Zusammenhang mit der Einnahme von Mahlzeiten")

Helfer bei kurzen nicht gewerbsmäßigen Bauarbeiten

Voraussetzungen für den Unfallversicherungsschutz als Helfer bei kurzen nicht gewerbsmäßigen Bauarbeiten:

  • Für die einzelne geplante Bauarbeit wird nicht mehr als die im Bauhauptgewerbe geltende tarifliche Wochenarbeitszeit (derzeit 40 Stunden) tatsächlich verwendet, wobei mehrere nicht gewerbsmäßige Bauarbeiten zusammengerechnet werden, wenn sie einem einheitlichen Bauvorhaben zuzurechnen sind.
  • Bei der Berechnung der Arbeitsstunden sind die Arbeitsstunden des Bauherrn und der nicht versicherten Bauhelfer nicht zu berücksichtigen.

Wichtiger Hinweis: Nicht versichert sind der Bauherr selbst und sein Ehegatte. Für sie besteht jedoch die Möglichkeit, bei der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft eine freiwillige Bauherrenversicherung abzuschließen.

Für die Helfer ist Versicherungsschutz gegeben, wenn es sich um eine ernstlich dem fremden Unternehmen dienende Tätigkeit handelt,

  • die dem ausdrücklichen oder mutmaßlichen Willen des Bauherrn entspricht,
  • die von Personen in einem dem allgemeinen Arbeitsmarkt zugänglichen Beschäftigungsverhältnis verrichtet werden kann und
  • nach den Umständen des Einzelfalles arbeitnehmerähnlich ist.

Eine Arbeitnehmerähnlichkeit liegt dann nicht vor, wenn es sich um eine durch die verwandtschaftliche, gut nachbarschaftliche oder freundschaftliche Beziehung geprägte Gefälligkeitsleistung handelt.

Ist dies der Fall, ist zuständiger Leistungsträger die jeweilige gesetzliche oder private Krankenversicherung.

Versicherte Tätigkeiten bei kurzen nicht gewerbsmäßigen Bauarbeiten

Unter Versicherungsschutz stehen alle Verrichtungen, die im Auftrag des Bauherrn verrichtet werden (z. B. Instandhaltungs- und Renovierungsarbeiten wie beispielsweise Streichen, Verputzen einer Hauswand, Einbau eines Rolladenkastens) sowie die unmittelbar mit der Tätigkeit in Zusammenhang stehenden Wege.