print this page

Berufskrankheiten

Berufskrankheiten sind Krankheiten, die sich Versicherte durch ihre berufliche (versicherte) Tätigkeit zugezogen haben. Durch die gesetzliche Unfallversicherung sind nach dem Willen des Gesetzgebers aber nur diejenigen arbeitsbedingten Erkrankungen als Berufskrankheit anerkennungsfähig, die in der Berufskrankheitenliste aufgeführt sind.

Berufskrankheitenliste

Nur diejenigen Erkrankungen sollen in die Liste aufgenommen werden, die nach den Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft durch besondere Einwirkungen verursacht werden, denen bestimmte Personengruppen durch die berufliche Tätigkeit in erheblich höherem Grade als die übrige Bevölkerung ausgesetzt sind. Hierdurch ist eine Abgrenzung zu sogenannten Volkskrankheiten sichergestellt und dem besonderen Schutzbedürfnis dieser Krankheitsbilder wird Rechnung getragen.

Manche der bezeichneten Berufskrankheiten sind nur dann anerkennungsfähig, wenn sie durch Tätigkeiten in bestimmten Gefährdungsbereichen verursacht wurden. So kommen z.B. Infektionskrankheiten nur dann als Berufskrankheiten in Betracht, wenn der Versicherte im Gesundheitsdienst, der Wohlfahrtspflege oder einem Laboratorium tätig ist. Andere Erkrankungen wiederum müssen so schwer sein, dass sie zur Aufgabe der gefährdenden Arbeit zwingen, um überhaupt als Berufskrankheit anerkannt werden zu können.

Momentan sind seit der letzten Änderung der Berufskrankheitenverordnung zum 01.08.2017 insgesamt 80 Berufskrankheiten bezeichnet.

Zur Klärung, ob Ihr Krankheitsbild überhaupt in der Liste enthalten ist und somit als Berufskrankheit in Betracht kommt, erhalten Sie hier die aktuelle BK-Liste.

Weiterführende Informationen (Merkblätter und wissenschaftliche Begründungen zu den einzelnen BK-Ziffern) erhalten Sie unter folgendem Link.

Vorbeugende Leistungen nach § 3 der Berufskrankheitenverordnung

Die UKBW kann auch bereits vor Eintritt einer Berufskrankheit Leistungen erbringen, wenn die konkrete Gefahr besteht, dass wahrscheinlich bei weiterer Ausübung der bisherigen gefährdenden Arbeit eine Berufskrankheit in absehbarer Zeit entstehen wird.

Diese Leistungen haben den Zweck, alle Maßnahmen einzuleiten, die erforderlich sind, um diese Gefahr zu beseitigen und somit den Arbeitsplatz zu erhalten.

Hierzu gehören unter anderem folgende Maßnahmen:

  • Veranlassung von technischen und organisatorischen Schutzmaßnahmen wie z.B. Absaugvorrichtungen, Austausch von Desinfektionsmitteln etc. nach Bewertung der Arbeitsplatzsituation durch die technischen Aufsichtspersonen unserer Abteilung Prävention.
  • Gesundheitspädagogische Seminare bei Hautkrankheiten, die in Kooperation mit der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege Karlsruhe angeboten werden. In diesen Seminaren erhalten Sie u. A. eine individuelle Anleitung zur Verwendung von geeigneten persönlichen Schutzmaßnahmen (Hautschutz und Hautpflege).
  • Vorbeugende ambulante und stationäre Heilbehandlung, um dem Eintritt einer schwerwiegenden als Berufskrankheit bezeichneten Erkrankung rechtzeitig entgegen zu wirken.
  • Wenn es trotz aller Bemühungen nicht gelingt, die weitere Ausübung der gefährdenden Tätigkeit zu sichern, werden Sie durch unser BK-Rehamanagement bei der Suche nach einer geeigneten Tätigkeit bzw. der beruflichen Umorientierung unterstützt. Hierdurch entstehende wirtschaftliche Nachteile können für einen begrenzten Zeitraum durch Übergangsleistungen ausgeglichen werden.

Weiterführende Informationen zur Berufskrankheitenverordnung erhalten Sie unter folgendem Link.

Meldung des Verdachts auf eine Berufskrankheit bei der UKBW

Der Unternehmer ist bereits bei Anhaltspunkten für das Vorliegen einer Berufskrankheit zur Meldung verpflichtet. Das entsprechende Formular „Anzeige des Unternehmers über eine Berufskrankheit“ finden Sie hier.

Ärzte sind verpflichtet, den begründeten Verdacht auf eine Berufskrankheit zu melden. Dies ist dann der Fall, wenn die Art und der Verlauf der Erkrankung eine Berufskrankheit im Sinne der Berufskrankheitenverordnung nahelegen. Das entsprechende Formular „Ärztliche Anzeige über eine Berufskrankheit“ finden Sie hier.

Selbstverständlich kann auch jeder Erkrankte die Einleitung eines Berufskrankheitenverfahrens oder eines Verfahrens über vorbeugende Leistungen im Sinne des § 3 der Berufskrankheitenverordnung beantragen.

Die UKBW ermittelt aufgrund der Anzeige den Sachverhalt (Arbeits- und Krankheitsvorgeschichte) und trifft die Entscheidung, ob die Voraussetzungen einer Berufskrankheit oder für vorbeugende Leistungen gegeben sind.

Fragen zum Thema Berufskrankheiten

Hier verweisen wir auf den Flyer „Berufskrankheiten Fragen und Antworten“ unseres Spitzenverbandes, der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).