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Medizinische Rehabilitation


Allgemeine Informationen

Die Unfallkasse Baden-Württemberg steuert als gesetzlicher Unfallversicherungsträger nach Eintritt des Versicherungsfalls aktiv die Heilbehandlung des Versicherten.

Unser Ziel ist die bestmögliche Versorgung für eine optimale Genesung des Versicherten. Dies stellen wir durch entsprechend qualifizierte Ärzte, Krankenhäuser und Rehabilitationseinrichtungen sicher. Daneben betreuen wir die Versicherten auch bei der Wiedereingliederung in den Beruf und in die Gemeinschaft, sofern dies erforderlich sein sollte.

Erstversorgung

Erstversorgung ist die Versorgung Unfallverletzter durch qualifiziertes und entsprechend geschultes Personal, z. B. Rettungsdienst oder geeignete Gesundheitseinrichtungen.

Ambulante und stationäre ärztliche Versorgung

Nach Eintritt eines Versicherungsfalls erfolgt die ärztliche Behandlung im Rahmen Heilverfahrens entweder ambulant oder stationär.

Falls Sie sich bei Ihrem Arzt vorstellen, sollten Sie nach Eintritt des Versicherungsfalls angeben, dass es sich um einen Versicherungsfall in der gesetzlichen Unfallversicherung handelt, damit das Heilverfahren zu Lasten der gesetzlichen Unfallversicherung eingeleitet werden kann.

Die Behandlungskosten werden durch die Leistungserbringer direkt und unmittelbar mit uns abgerechnet. Dem Versicherten entstehen daher grundsätzlich keine Eigenanteile und es sind keine Zuzahlungen durch ihn zu leisten. Eine Ausnahme besteht für Wahlleistungen (Private Krankenversicherung oder Zusatzversicherung), da diese von der gesetzlichen Unfallversicherung nicht übernommen werden.

Es muss eine Vorstellung bei einem sogenannten Durchgangsarzt (D-Arzt) erfolgen, wenn

  • die Unfallverletzung über den Unfalltag hinaus zur Arbeitsunfähigkeit führt
  • die notwendige ärztliche Behandlung voraussichtlich über eine Woche andauert
  • Heil- und Hilfsmittel zu verordnen sind oder
  • es sich um eine Wiedererkrankung aufgrund von Unfallfolgen handelt.

Falls durch den Versicherungsfall isolierte Augenverletzungen oder Hals-, Nasen-, Ohrenverletzungen eingetreten sind, erfolgt die weitere Behandlung grundsätzlich direkt durch den entsprechenden Facharzt.

Sofern eine stationäre Behandlung aufgrund von Unfallfolgen erforderlich wird, muss diese in den bei uns zugelassenen Krankenhäusern erfolgen.

Bei der ärztlichen Behandlung sind die besonderen Verfahrensarten in der gesetzlichen Unfallversicherung zu beachten.

  • Stationäres Durchgangsarztverfahren (DAV)
  • Verletzungsartenverfahren (VAV)
  • Schwerstverletzungsartenverfahren (SAV)

Hier können Sie niedergelassene sowie an Krankenhäusern praktizierende Durchgangsärzte suchen.

Weitere Informationen können auch über die Webseite der DGUV abgerufen werden.

Falls wegen der unfallbedingten Beschwerden Probleme bei der Wiedereingliederung in den Beruf bestehen, werden im Rahmen des Reha-Managements weitere Leistungen durch uns erbracht.

Durch das Reha-Management soll in schweren Fällen eine umfassende Planung, Koordinierung und zielgerichtete, aktivierende Begleitung der medizinischen Rehabilitation und aller Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben und am Leben in der Gemeinschaft erfolgen. Ziel ist es dabei, die unfallbedingten Gesundheitsschäden zu beseitigen oder zu bessern und eine zeitnahe und dauerhafte berufliche und soziale Wiedereingliederung sowie eine selbstbestimmte Lebensführung zu erreichen.

Weitere Informationen zu Teilhabeleistungen am Arbeitsleben und am Leben in der Gemeinschaft.

Zahnärztliche Behandlung und Versorgung mit Zahnersatz

Informationen zum Thema Zahnärztliche Behandlung und Versorgung mit Zahnersatz erhalten Sie hier.

Heilmittel/Ambulante medizinische Rehabilitationsmaßnahmen

Sofern infolge eines Versicherungsfalls neben der ärztlichen Heilbehandlung oder im Anschluss daran Rehabilitationsbedarf besteht, erfolgt die Durchführung ambulant bei zugelassenen Therapeuten.

Heilmittel sind beispielsweise Physiotherapie, Krankengymnastik oder die Erweiterte Ambulante Physiotherapie (EAP).

Diese Therapien können durch den Durchgangsarzt verordnet werden.

Hier können Sie nach EAP-Einrichtungen suchen.

Stationäre medizinische Rehabilitationsmaßnahmen

Sollten die ambulanten Rehabilitationsmaßnahmen nicht ausreichend sein, kann eine stationäre Rehabilitationsmaßnahme in speziellen Einrichtungen durchgeführt werden, z. B. in den Berufsgenossenschaftlichen Unfallkliniken.

Als stationäre Rehabilitationsmaßnahme kommt beispielsweise eine Berufsgenossenschaftliche Stationäre Weiterbehandlung (BGSW) oder eine Komplex Stationäre Rehabilitationsmaßnahme (KSR) in Betracht.

Die stationären Rehabilitationsmaßnahmen werden durch den Durchgangsarzt oder den gesetzlichen Unfallversicherungsträger eingeleitet.

Hier können Sie nach BGSW-Einrichtungen suchen.

Psychotherapeutische Behandlung

Kommt es infolge eines Versicherungsfalls zu psychischen Beschwerden, kann im Rahmen des Psychotherapeutenverfahrens eine unfallspezifische psychotherapeutische Behandlung erfolgen.

Das Psychotherapeutenverfahren dient der zügigen psychologisch-therapeutischen Intervention nach Arbeitsunfällen. Damit soll der Entstehung und Chronifizierung von psychischen Gesundheitsschäden frühzeitig entgegengewirkt werden.

Nur ärztliche und psychologische Psychotherapeuten, die über spezielle fachliche Befähigungen verfügen und zur Übernahme bestimmter Pflichten bereit sind, werden am Psychotherapeutenverfahren in der gesetzlichen Unfallversicherung beteiligt.

Diese Therapie wird vom Unfallversicherungsträger oder Durchgangsarzt eingeleitet.

Hier können Sie nach zugelassenen Psychotherapeuten suchen.

Hilfsmittel

Hilfsmittel sind alle ärztlich verordneten Sachen, die den Erfolg der Heilbehandlung sichern oder die Folgen von Gesundheitsschäden mildern oder ausgleichen, beispielsweise Bandagen, Orthesen, orthopädisches Schuhwerk sowie Seh- und Hörhilfen.

Die Verordnung von Hilfsmitteln hat grundsätzlich durch den Durchgangsarzt zu erfolgen.

Informationen zur Abrechnung von Hilfsmitteln finden Sie hier.

Versorgung mit Arznei- und Verbandmitteln

Arznei- und Verbandmittel sind alle ärztlich verordneten, zur ärztlichen und zahnärztlichen Behandlung erforderlichen Mittel. Wie bei Heil- und Hilfsmitteln sind auch hier vom Versicherten grundsätzlich keine Zuzahlungen oder Eigenanteile zu leisten.

Häusliche Krankenpflege

Versicherte erhalten in ihrem Haushalt oder ihrer Familie neben der ärztlichen Behandlung häusliche Krankenpflege durch geeignete Pflegekräfte, wenn Krankenhausbehandlung geboten, aber nicht durchführbar ist oder wenn sie durch die häusliche Krankenpflege vermieden oder verkürzt werden kann und das Ziel der Heilbehandlung nicht gefährdet wird.

Die Gewährung dieser Leistung richtet sich nach dem Krankheitsbild sowie den individuellen Verhältnissen beim Versicherten.

Haushaltshilfe und Kinderbetreuung

Wenn auf Grund eines Versicherungsfalls und den daraus resultierenden Folgen die Weiterführung des Haushalts durch den Versicherten nicht möglich ist, kann Unterstützung in Form einer Haushaltshilfe gewährt werden.

Voraussetzung hierfür ist, dass

  • dem Versicherten wegen der Ausführung einer Leistung zur medizinischen Rehabilitation oder einer Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben die Weiterführung des Haushalts nicht möglich ist (durchgangsärztliche Bescheinigung) und
  • eine andere im Haushalt lebende Person den Haushalt nicht weiterführen kann

Sofern im Haushalt ein Kind lebt, welches das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder behindert und auf Hilfe angewiesen ist und die Betreuung weder durch den Versicherten oder eine andere im Haushalt lebende Person möglich ist, kann ebenfalls eine Haushaltshilfe gewährt werden.

Für die Erstattung der Kosten einer Haushaltshilfe werden feste Beträge gewährt. Die Haushaltshilfe umfasst Dienstleistungen, die zur Weiterführung des Haushaltes notwendig sind, wie z. B. die Beschaffung und Zubereitung der Mahlzeiten, die Pflege der Kleidung und der Wohnräume.

Wir weisen darauf hin, dass eine Haushaltshilfe ggf. bei der Minijobzentrale anzumelden ist. Sollte die elterliche Betreuung bei einem Kindergarten-/Schulunfall medizinisch erforderlich sein, wird ggf. Kinderpflegeverletztengeld gewährt.

Reisekosten/Fahrtkosten

Reisekosten werden auf Antrag entsprechend der derzeit geltenden Reisekostenrichtlinie übernommen, soweit diese zur Durchführung der Heilbehandlung oder Rehabilitationsmaßnahme erforderlich waren.

Bei Benutzung eines öffentlichen Verkehrsmittels werden die Kosten der niedrigsten Klasse des zweckmäßigsten öffentlichen Verkehrsmittels erstattet.

Bei Benutzung eines Kraftfahrzeugs oder eines anderen motorbetriebenen Fahrzeugs werden in Anlehnung an das Bundesreisekostengesetz 20 Cent pro Kilometer, höchstens jedoch 130,00 € gezahlt.

Rehamanagement

Das Reha-Management ist die umfassende Planung, Koordinierung und zielgerichtete aktivierende Begleitung der medizinischen Rehabilitation und aller Leistungen am Arbeitsleben und am Leben in der Gemeinschaft auf der Grundlage eines individuellen Reha-Plans unter partnerschaftlicher Einbindung aller am Reha-Verfahren Beteiligten (u.a. Versicherter, Ärzte, Rehabilitations-einrichtungen, Arbeitgeber, Unfallversicherungsträger).

Hier können Informationen zur den Teilhabeleistungen am Arbeitsleben und am Leben in der Gemeinschaft abgerufen werden.