Unfallkasse Baden-Württemberg

Die Kampagne „Schüler-Fair-Kehr“

Alle Schulen in Baden-Württemberg sind aufgerufen, die Schulwege ihrer Schülerinnen und Schüler zu analysieren und bedarfsgerechte Schulwegdienste einzurichten. Unterstützt werden sie dabei vor Ort von der Polizei, den Verkehrswachten, der Gemeinde- oder Stadtverwaltung, den Verkehrsunternehmen, von Eltern und anderen engagierten Bürgern.

Nach dem Motto „Schüler helfen Schülern“ können sich Jugendliche ab der 7. Klasse beim verkehrsbeauftragten Lehrer ihrer Schule melden und sich für den Schulwegdienst ausbilden lassen. Polizei und Verkehrswachten übernehmen die Ausbildung und Ausrüstung.

Die landesweite Kampagne „Schüler-Fair-Kehr“ wurde initiiert von: Innenministerium, Kultusministerium, Landesverkehrswacht, Landeskriminalamt und der Unfallkasse Baden-Württemberg. Die Finanzierung erfolgt aus Mitteln der Landesstiftung und durch die EnBW als Sponsor. Wie der Name der Kampagne sagt, sollen Fairness und Sicherheit im Schülerverkehr durch die Einrichtung von Schulwegdiensten erhöht werden.

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage www.gib-acht-im-verkehr.de.

Schulwegdienste: welche Möglichkeiten gibt es?

Ehrenamtliche Verkehrshelfer, die einen Schulwegdienst versehen, können sein:

  • Schülerlotsen (Mädchen und Jungen ab Klasse 7 / 13. Lebensjahr)
  • Schulbusbegleiter (Mädchen und Jungen ab Klasse 7 / 13. Lebensjahr)
  • Schulweghelfer (Erwachsene für Grundschüler)

Schulweganalyse

Den örtlichen Verhältnissen entsprechend, soll unter Mithilfe aller Beteiligten, insbesondere der Schüler, herausgefunden werden, welche Art von Schulwegdienst gebraucht wird.

Die Wilhelm-Hauff-Realschule (WHR) und das Friedrich-Schiller-Gymnasium (FSG) in Pfullingen wählten nach einer Bedarfserhebung von den drei möglichen Formen des Schulwegdienstes die Schulbusbegleitung.

Schulbusbegleiter-Pilotprojekt startet in Pfullingen

Mit dem Einsatz von Schulbusbegleitern soll der Schulweg von und nach Pfullingen sicherer und stressfreier werden.

Hermann Lehleiter (WHR) und Bernd Wick (FSG), die verkehrsbeauftragten Lehrer der beteiligten Schulen, konnten insgesamt 40 Jungen und Mädchen der Klassenstufe 7 dafür gewinnen, sich zu Schulbusbegleitern ausbilden zu lassen.

Vertreter aller Institutionen, die für Schülerbeförderung und deren Sicherheit im Landkreis Reutlingen verantwortlich sind, waren am 19. Juni zu der Schulbusbegleiter-Auftaktveranstaltung mit Pressegespräch nach Pfullingen gekommen.

Hohes Interesse an Schulwegsicherheit, Lernerfolg und Lebensqualität

Die Polizei und das Amt für Schule und Bildung begrüßten die Schulbusbegleiterausbildung nicht nur als eine besondere Art der Verkehrserziehung, sondern auch als sinnvolle Maßnahme der Kriminalitätsprävention. So könne man aggressivem Verhalten und sogenannten „Angsträumen“ entgegenwirken.

Die Bürgermeister der Teilorte Sonnenbühl und Lichtenstein, aus denen die „Fahrschüler“ nach Pfullingen kommen, sehen es als Standortvorteil und Verbesserung der Lebensqualität an, wenn Eltern ihre Kinder unbesorgt in den Linienbus setzen können.

Der Leiter des Ordnungs- und Sozialamtes der Stadt Pfullingen und Vertreter des Landratsamtes Reutlingen lobten ebenfalls diese neue Initiative für mehr Schulwegsicherheit, für die sich alle lokalen Akteure schon seit 15 Jahren in einem gemeinsamen Arbeitskreis engagieren.

Die Busunternehmen HzL und RAB haben ein Interesse an weniger Sachbeschädigung und an angenehmeren Fahrten für Schüler, Fahrgäste und Busfahrer.

Die Pädagogen wollen, dass bei den Kindern der Spaß am Schulbesuch erhalten bleibt und Lerninhalte nicht durch Angst und Stress auf dem Schulweg verloren gehen.

Die Unfallkasse, bei der alle Schülerinnen und Schüler sowie alle Ehrenamtlichen in Baden-Württemberg unfallversichert sind, möchte das Unfallrisiko für Kinder und Jugendliche auf dem Schulweg senken.

Die 40 zukünftigen Schulbusbegleiter/-innen haben die Motivation, insbesondere Jüngeren zu helfen, ihnen Orientierung zu bieten und als Ansprechpartner für sie da zu sein.

Ein Bus wird zum Klassenzimmer- erstes Ausbildungsmodul für Schulbusbegleiter

Die Schülerinnen und Schüler hatten sich mit einer kurzen Begründung für die Schulbusbegleiterausbildung beworben. Sie absolvierten begleitend zur Auftaktveranstaltung das erste Modul ihrer Ausbildung. Ein bereitgestellter Bus wurde zum Klassenzimmer umfunktioniert.

Beamten der Polizeidirektion Reutlingen und Mitarbeiter des Busunternehmens RAB erklärten richtiges Verhalten an Haltestellen und machten auf Gefahren beim Ein- und Aussteigen aufmerksam. Auch die Sicherheitseinrichtungen im Bus waren Thema dieser ersten Einheit.

Im ersten Schritt lernten die 40 Schülerinnen und Schüler den Bus und die wichtigsten Verhaltensregeln kennen, später wird ein Kommunikationstraining hinzukommen, um bei möglichen Konflikten an Haltestellen und im Bus vermitteln zu können.

Die Unterrichtsinhalte für die jungen Verkehrshelfer wurden von der Landesverkehrswacht, der Polizei und dem Landeskriminalamt entwickelt.

Aufgaben im Schulbusbegleiter-Einsatz

Die Aufgaben der Schulbusbegleiter/ -innen werden sein:

  • auf Sicherheit und Wohlbefinden von jüngeren Schülerinnen und Schülern achten
  • Vorkommnisse bei einem Lehrer oder im Sekretariat melden
  • bei Konflikten untereinander oder mit Erwachsenen vermitteln
  • Sachbeschädigung verhindern
  • Unfällen an Haltestellen und im Bus vorbeugen

Im Einsatz tragen sie - gut sichtbar - einen eigens von der Schule gestalteten Ausweis an einem Schlüsselband, der sie als Schulbusbegleiter ausweist.

Belohnung

Als Anerkennung winken ein lobender Eintrag im Zeugnis am Ende des Schuljahres, eine Führung durch die Polizeidirektion Reutlingen und ein gemeinsamer Restaurant- und Kinobesuch. Vielleicht bekommen die 40 Schülerinnen und Schüler als Schulbusbegleiter/innen noch mehr Lust, andere dafür zu begeistern und sich später im Erwachsenenalter ehrenamtlich zu engagieren.

Versicherungsschutz und Finanzierung

Alle Verkehrshelferinnen und Verkehrshelfer stehen im Rahmen der ihnen übertragenen Aufgaben unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Ansprechpartnerin hierfür ist die Unfallkasse Baden-Württemberg.

Bei Sachschäden besteht eine Haftpflichtversicherung über den Schulträger (in der Regel die Kommune) und die Landesverkehrswacht.

Damit sind auch die Pfullinger Schulbusbegleiter/-innen auf jeden Fall bei ihrem ehrenamtlichen Einsatz abgesichert.

Die Landesstiftung Baden-Württemberg und die EnBW haben sich bereit erklärt, die landesweite Kampagne „Schüler-Fair-Kehr“ über einen Zeitraum von vier Jahren finanziell zu unterstützen.

Die UKBW wünscht allen Verkehrshelfern viel Erfolg!

Die Unfallkasse Baden-Württemberg wünscht Euch Schülerinnen und Schülern viel Spaß und Erfolg bei der Schulbusbegleiter- oder Schülerlotsenausbildung und anerkennt das ehrenamtliche Engagement aller Verkehrshelfer für einen unfallfreien „Schüler-Fair-Kehr“!