Unfallkasse Baden-Württemberg

Prävention

Gründe und Motivation

Zahlreiche Gründe sprechen für ein betriebliches Gesundheitsmanagement ...

Unternehmen, die Gesundheit und Wohlbefinden der Beschäftigten in das Leitbild des Betriebs aufnehmen, zeigen ihre Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern. Wird betriebliches Gesundheitsmanagement als strategisches Element in die Unternehmensführung dauerhaft integriert, werden Führungskräfte zu Multiplikatoren für die Einführung und Umsetzung von Maßnahmen zur Gesundheitsförderung. Dabei wird beispielsweise überprüft, inwieweit die Kommunikation, betriebliche Abläufe und die Arbeitsbedingungen gesundheitsverträglich sind.

Gesunde, motivierte und qualifizierte Mitarbeiter bilden die notwendige Basis, um den Erfolg eines Unternehmens zu sichern und zu verbessern.

Zu den Argumenten, die für ein ganzheitliches, nachhaltiges Gesundheitsmanagement  zählen, gehören in der heutigen Zeit vor allem ökonomische Aspekte:

Je mehr ein Betrieb in die Gesundheit der Mitarbeiter investiert, desto mehr eröffnen sich Chancen zur Förderung von Wohlbefinden und Gesundheit am Arbeitsplatz. Durch verschiedene Studien wurde bewiesen, dass sich mittelfristig die Kosten von arbeitsbedingten Erkrankungen und Unfällen durch betriebliches Gesundheitsmanagement um durchschnittlich 15 % senken lassen.

Viele Studien belegen eindeutig die Zusammenhänge von Arbeitsbedingungen und Gesundheit:

  • 26,5 % aller  Fehlzeiten kommen auf Grund von Muskel- und Skeletterkrankungen zu-stande. Hauptursachen sind psychische Belastungen (Stressempfinden), Bewegungs-mangel und Übergewicht. Der Barmer Gesundheitsreport 2007 weißt erstmals einen direkten Zusammenhang zwischen hierarchischem Führungsverhalten und Rückenerkrankungen nach (BKK Gesundheitsreport 2007).
  • Dauerstress führt zu Demotivation. Nur 31 % der Mitarbeitenden sind aktiv engagiert.
  • 37 % „machen mit“ sind aber stagnierend. 18 % haben innerlich gekündigt. 14 % sind völlig desinteressiert. Demzufolge liegt bei 2/3 aller Mitarbeitenden Produktivitätskapital brach. (Psychonomics-Studie i. A. des Forschungsprojektes des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, Dezember 2007)
  • Mittlerweile gehen 8,9 Prozent aller Krankentage auf Depressionen, Psychosen, Neurosen o.ä. zurück. Im Jahre 1976 wurden lediglich 2 Prozent aller Fehltage entsprechend begründet. Nun rangieren psychischen Störungen bereits an vierter Stelle. Allein in den letzten fünf Jahren haben diese so genannten „affektive Störungen“ um 17 Prozent zugenommen. Mehr als ein Drittel (35 Prozent) aller psychischen Erkrankungen sind Depressionen (BKK Gesundheitsreport 2007).
  • Der Zusammenhang von psychosozialer Belastung am Arbeitsplatz und Depressionsentstehung wird in mehreren Studien (u.a. Kuper 2002, Siegrist 2005) nachgewiesen.
  • Mitarbeiter, die ihre Führungskräfte als fair und gerecht wahrnehmen, sind nur halb so häufig krank wie diejenigen, die ihre Vorgesetzten als nicht präsent und ungerecht erleben (Buttler, Burkert 1998)
  • „Das von den Mitarbeitern wahrgenommene Vorgesetztenverhalten hat einen sehr großen Einfluss auf Fehlzeiten und Fluktuation. Mit einem probeweisen Austausch von Führungskräften konnte bewiesen werden, dass Vorgesetzte „ihren“ Krankenstand „mitnehmen“ (Cullmann, K. 1996: Fehlzeiten Wirtschaftswoche Nr. 8, S. 14-17)

Ebenso haben ein schlechtes Betriebsklima, über- oder auch unterforderte Arbeitsaufgaben, unzureichende Informationen und Transparenz von Arbeitsabläufen und Unternehmensentscheidungen, falsche Arbeitsorganisation sowie schwelende und unausgesprochene Konflikte beeinträchtigende Auswirkungen auf die Gesundheit der Beschäftigten.

Hohe Krankenstände und auch wenig motivierte Mitarbeiter sind Warnzeichen für betriebliche Missstände.

Nach einer Umfrage können Betriebe durch folgende positive Effekte betrieblicher Gesundheitsförderung profitieren:

  • Höhere Leistungsfähigkeit Ihrer Mitarbeiter
  • Erhöhte Identifikation Ihrer Mitarbeiter mit dem Unternehmen
  • Möglichkeit für positive Öffentlichkeitsarbeit
  • Imagegewinn – intern und extern
  • Employer Branding (= attraktiver Arbeitgeber)
  • Verringerte Mitarbeiterfluktuation
  • Verringerung der Fehlzeiten von Mitarbeitern
  • Kompetenzentwicklung der Führungskräfte

Aus Sicht der Beschäftigten kann ein betriebliches Gesundheitsmanagement folgende Pluspunkte bringen:

  • Verbesserter Gesundheitszustand und individuelles Wohlbefinden
  • Wertschätzung durch die Arbeitgeber
  • Bessere Lebensqualität am Arbeitsplatz
  • Stärkung der Gesundheitskompetenzen
  • Verbesserte Kommunikation im Unternehmen
  • Mehr Spaß und Freude bei der Arbeit

Investitionen in die Gesundheit kommen daher dem Einzelnen genauso zugute wie dem Betrieb insgesamt.