Unfallkasse Baden-Württemberg

Erstversorgung

Erstversorgung ist die Versorgung Unfallverletzter durch qualifiziertes und entsprechend geschultes Personal, z. B. Rettungsdienst oder geeignete Gesundheitseinrichtungen.

Ambulante ärztliche, zahnärztliche und stationäre Behandlung

Ärztliche Behandlung (z. B. durch den Hausarzt, Augenarzt und Hals-Nasen-Ohren-Arzt) und zahnärztliche Behandlung einschließlich der Versorgung mit Zahnersatz wird von Ärzten oder Zahnärzten ambulant oder stationär erbracht.

Die so genannte besondere Heilbehandlung wird im Rahmen besonderer Verfahrensarten (z. B. dem Durchgangsarztverfahren, H-Arzt-Verfahren, Verletzungsartenverfahren usw.) durch die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung und hierzu berechtigten Ärzte durchgeführt.

Eine Vorstellung beim Durchgangsarzt ist erforderlich,

  • wenn die Arbeitsunfähigkeit über den Unfalltag hinaus besteht
  • bei einer Wiedererkrankung
  • wenn die Behandlungsbedürftigkeit voraussichtlich länger als eine Woche andauert
  • wenn die Verordnung von Heilmitteln erforderlich ist

Unter folgendem Link können Sie die in Frage kommenden Durchgangsärzte finden:

Arznei- und Verbandmittel

Arznei- und Verbandmittel sind alle ärztlich verordneten, zur ärztlichen und zahnärztlichen Behandlung erforderlichen Mittel. Wie bei Heil- und Hilfsmitteln sind auch hier vom Versicherten keine Zuzahlungen oder Eigenanteile zu leisten.

Heilmittel

Heilmittel sind alle ärztlich verordneten Dienstleistungen, die einem Heilzweck dienen oder einen Heilerfolg sichern und nur von entsprechend ausgebildeten Personen erbracht werden dürfen. Hierzu gehören z. B. Maßnahmen der physikalischen Therapie, Sprach- und Bwegungstherapie, Elektrotherapie usw.

Die Verordnung dieser Heilmittel darf nur von sogenannten Durchgangs- oder H-Ärzten erfolgen. Wie bei Arznei-, Verbands- und Hilfsmitteln sind auch hier vom Versicherten keine Zuzahlungen oder Eigenanteile zu leisten.

Hilfsmittel

Hilfsmittel sind alle ärztlich verordneten Sachen, die den Erfolg der Heilbehandlung sichern oder die Folgen von Gesundheitsschäden mildern oder ausgleichen. Dazu gehören z. B.

  • Körperersatzstücke (z. B. Arm- und Beinprothesen),
  • orthopädische Hilfsmittel (z. B. Stützkorsett, erhöhte Schuhe) und
  • andere Hilfsmitel (z. B. Seh- und Hörhilfen).

Bei Prothesen werden auch die Kosten der Ausbildung in speziellen Einrichtungen übernommen. Für die Kostenübernahme der Hilfsmittel ist grundsätzlich ein Kostenvoranschlag bei uns einzureichen. Wie bei Arznei-, Verbands- und Heilmitteln sind auch hier vom Versicherten keine Zuzahlungen oder Eigenanteile
zu leisten.

Hilfsmittel wie z. B. Brillen, Hörgeräte usw., die durch den Unfall beschädigt werden oder verloren gehen, sind wiederherzustellen oder zu erneuern.

Häusliche Krankenpflege

Solange Versicherte infolge des Versicherungsfalles so hilflos sind, dass sie für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens in erheblichem Umfang der Hilfe bedürfen, erhalten sie in ihrem Haushalt oder in ihrer Familie neben der ärztlichen Behandlung häusliche Krankenpflege durch geeignete Pflegekräfte.

Die häusliche Krankenpflege umfasst die erforderliche Grund- und Behandlungspflege sowie die hauswirtschaftliche Versorgung. Sie hat das Ziel, die gesundheitlichen Beschwerden zu verbessern bzw. zu lindern. Die Gewährung dieser Leistung richtet sich nach dem Krankheitsbild sowie den individuellen Verhältnissen beim Versicherten.

Belastungserprobung

Die Belastungserprobung dient der Feststellung, ob und wieweit ein Versicherter gesundheitlich den Anforderungen seines bisherigen oder notfalls eines anderen angemessenen Berufes gewachsen ist.

Haushaltshilfe

Haushaltshilfe wird geleistet, wenn

  • dem Leistungsempfänger wegen der Ausführung einer Leistung zur medizinischen Rehabilitation oder einer Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben die Weiterführung des Haushalts nicht möglich ist,
  • eine andere im Haushalt lebende Person den Haushalt nicht weiterführen kann und
  • im Haushalt ein Kind lebt, das bei Beginn der Haushaltshilfe das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder das behindert und auf fremde Hilfe angewiesen ist.

Für die Erstattung der Kosten einer Haushaltshilfe werden feste Beträge gewährt. Die Haushaltshilfe umfasst Dienstleistungen, die zur Weiterführung des Haushaltes notwendig sind, wie z. B. die Beschaffung und Zubereitung der Mahlzeiten, die Pflege der Kleidung und der Wohnräume.

Reisekosten

Reisekosten werden übernommen, soweit dies zur Durchführung der Heilbehandlung erforderlich ist.

Durch eine gesetzliche Neuregelung seit 5. August 2009 sind Fahrtkosten im Zusammenhang mit einer Maßnahme der medizinischen Rehabilitation, der Teilhabe am Arbeitsleben oder zu Begutachtungen nicht mehr über eine Entfernungspauschale für die einfache Wegstrecke zu erstatten. Es gelten die Festlegungen für die jeweils benutzten Verkehrsmittel.

  • Bei Benutzung eines öffentlichen Verkehsmittels werden die Kosten der niedrigsten Klasse des zweckmäßigsten öffentlichen Verkehrsmittels erstattet.
  • Bei Benutzung eines Kraftfahrzeugs oder eines anderen motorbetriebenen Fahrzeugs werden in Anlehnung an das Bundesreisekostengesetz 20 Cent pro Kilometer, höchstens jedoch 130,00 € gezahlt.

In Abweichung zur bis 2004 geltenden Regelung wird keine Mitnahmeentschädigung gezahlt und die Höchstgrenze von 130,00 € eingeführt. Dies bedeutet, dass pro Fahrt ab einer Strecke von mehr als 650 Kilometer keine Erstattung (über die Höchstgrenze von 130,00 € hinaus) mehr erfolgt.