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Fragen und Antworten & Infoblätter

Fragen und Antworten

Wie lange muss eine Unfallanzeige aufbewahrt werden?

Eine gesetzliche Frist zur Aufbewahrung von Unfallanzeigen existiert nicht. Wir empfehlen, (Kopien) der Unfallanzeigen 5 Jahre aufzubewahren (vergleichbar der Aufbewahrungsfrist der Verbandsbücher) oder diese nach 2 Jahren zu den Personalakten zu nehmen. Dies dient bei einer eventuellen Spätfolge zu Beweiszwecken. Zu Informationszwecken kann dem Verunglückten auch eine Kopie der Unfallanzeige ausgehändigt werden. Ergänzend werden an uns übersandte Unfallanzeigen gescannt, sodass diese für uns auch noch zu einem viel späteren Zeitpunkt einsehbar sind. Vordrucke zur Erstattung von Unfallanzeigen erhalten Sie online auch über www.ukbw.de.

Muss jeder Unfall angezeigt werden?

Unfälle, die eine ärztliche Behandlung nach sich ziehen, müssen innerhalb von drei Tagen mit der gesetzlich vorgeschriebenen Unfallanzeige vom Unternehmer, der Hochschule, der Schule oder dem Kindergarten angezeigt werden. Unfälle, die keine ärztliche Behandlung nach sich ziehen (z.B. Schürfwunden etc.), müssen nicht angezeigt werden. Diese sollten jedoch in das Verbandbuch eingetragen werden, damit im Falle eines Spätschadens die Beweispflicht erleichtert wird.

Wer muss den Unfall melden?

Grundsätzlich hat der Arbeitgeber den Unfall innerhalb von drei Tagen mit der vorgeschriebenen Unfallanzeige zu melden. Tödliche Unfälle sind sofort zu melden (per Telefon, Fax, E-Mail). In der Schülerunfallversicherung obliegt  der jeweiligen Einrichtungsleitung (Kita-Leitung, Schulleitung, Hochschulleitung) diese Pflicht.

Bei ehrenamtlich Tätigen haben die Länder, Gemeinden etc., in deren Auftrag sie tätig werden, die Unfälle zu melden.

Kann man sich bei der UKBW freiwillig versichern?

Nein. Bei der Unfallkasse Baden-Württemberg sind nur Personen versichert, die ihr kraft Gesetzes zugewiesen sind, oder die die Möglichkeit der freiwilligen Versicherung haben bzw. unter die Regelung der Versicherung kraft Satzung fallen. Es können keine zusätzlichen Angebote, wie in der privaten Versicherungswirtschaft, vorgenommen werden.

Werden auch Sachschäden von der UKBW übernommen?

Nein. Sachschäden fallen nicht unter den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung.
Hilfsmittel (z.B. Brillen, Prothesen etc.), die bei einem Arbeitsunfall beschädigt werden und bestimmungsgemäß am Körper getragen worden sind, werden von der UKBW ersetzt.

Was kostet die Versicherung

Die Versicherung ist beitragsfrei. Die Beiträge werden vom Land und den Kommunen getragen.

Was ist ein Durchgangsarzt?

Durchgangsärzte (D-Ärzte) sind von den Unfallkassen und Berufsgenossenschaften bestellte Fachärzte für Chirurgie oder Orthopädie mit besonderen Kenntnissen und Erfahrungen auf dem gesamten Gebiet der Unfallmedizin. Darüber hinaus verfügen die D-Ärzte über die deutsche Schwerpunktbezeichnung „Unfallchirurgie“ oder über die Zusatzbezeichnung „Spezielle Unfallchirurgie“.

Muss man sich zur gesetzlichen Unfallversicherung anmelden?

Nein. Die gesetzliche Unfallversicherung besteht kraft Gesetzes. Durch die Erstattung der Unfallanzeige oder den Durchgangsarztbericht werden die Unfälle bei der UKBW gemeldet.

Muss man bei der UKBW einen Leistungsantrag stellen?

Nein. Die Leistungen werden von Amts wegen erbracht.

Gewährt die Unfallkasse Baden-Württemberg auch Schmerzensgeld?

Die Unfallkasse Baden-Württemberg als Träger der gesetzlichen Unfallversicherung gewährt nach Eintritt eines Versicherungsfalls Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) VII. Eine Gewährung von Schmerzensgeld ist in der gesetzlichen Unfallversicherung nicht vorgesehen. Schmerzensgeld ist ein zivilrechtlicher/privatrechtlicher Anspruch gegen den Schädiger.

Ist es für den Unfallversicherungsschutz auf Wegen von Belang wie, bzw. mit welchen Transportmitteln die Wege zurück gelegt werden?

Nein. Für den Unfallversicherungsschutz spielt es keine Rolle wie bzw. mit welchem Transportmittel die Wege zurück gelegt werden.

Hat man nach Eintritt eines Unfalls die Wahl, sich als Privatpatient oder zu Lasten der Unfallversicherung behandeln zu lassen?

Nein. Der Arzt muss bei einem Arbeits-/Schulunfall direkt mit dem Unfallversicherungsträger abrechnen. Um sicher zu gehen, kann beim Arzt erwähnt werden, dass es sich um einen Arbeits-/Schulunfall handelt.

Was ist die gesetzliche Unfallversicherung?

Die gesetzliche Unfallversicherung ist ein Zweig der Sozialversicherung und schützt die Versicherten vor den Folgen eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit. Gesetzliche Grundlage ist das Siebte Buch Sozialgesetzbuch (SGB VII). Auf die Frage des Verschuldens kommt es für die Leistungen der Unfallversicherung nicht an, die Leistungen werden grundsätzlich unabhängig vom Verschulden gewährt und vom zuständigen Unfallversicherungsträger festgestellt. Die gesetzliche Unfallversicherung gleicht – durch Rehabilitation und Entschädigung – Gesundheitsschäden aus, die ehrenamtlich Tätige selbst erleiden. Nicht versichert sind in der gesetzlichen Unfallversicherung Schäden, die ehrenamtlich Tätige anderen Personen zufügen. Dafür benötigt man eine Haftpflichtversicherung.

Welche Aufgaben hat die gesetzliche Unfallversicherung?

Die gesetzliche Unfallversicherung soll mit allen geeigneten Mitteln Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten sowie arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren verhüten, nach Eintritt von Versicherungsfällen die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Versicherten wiederherstellen und die Versicherten oder ihre Hinterbliebenen durch Geldleistungen entschädigen.

Welche Leistungen bietet die gesetzliche Unfallversicherung?

Die gesetzliche Unfallversicherung bietet ein breites Spektrum an Leistungen zur Verhütung, Behebung und Entschädigung von versicherten Personenschäden. Hat die versicherte Person einen Arbeitsunfall erlitten oder ist sie an einer Berufskrankheit erkrankt, hat sie Anspruch auf Heilbehandlung und Maßnahmen der medizinischen Rehabilitation. Sie muss sich dabei nicht an den Kosten beteiligen. Anders als etwa in der Krankenversicherung ist keine Eigenbeteiligung an Medikamenten oder ähnliches zu leisten.

Wird erkennbar, dass die versicherte Person ihren bisherigen Beruf nicht mehr wie bisher ausüben kann, bietet der Unfallversicherungsträger auch hier Hilfen an. Im Rahmen der sogenannten Leistungen zur beruflichen Teilhabe kann zum Beispiel eine Umschulung oder auch eine andere Ausbildung finanziert werden. Des Weiteren können als Leistungen der sozialen Teilhabe und ergänzende Leistungen auch beispielsweise Umbaumaßnahmen im Wohnumfeld oder ein behinderungsgerechter Umbau eines PKW erfolgen. In allen Bereichen stehen den Unfallversicherungsträgern umfassende Hilfsangebote zur Verfügung. Hier gilt es, gemeinsam mit der verletzten Person die jeweils optimale Unterstützung zu entwickeln.

Während der Heilbehandlung und Rehabilitationsleistungen erhält die verletzte Person Verletztengeld und Übergangsgeld.

Bei dauerhaften Gesundheitsschädigungen wird eine Verletztenrente geleistet.

Wie ist die gesetzliche Unfallversicherung in Deutschland organisiert?

Träger der Unfallversicherung sind die nach Branchen gegliederten gewerblichen Berufsgenossenschaften und die meist regional gegliederten Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand sowie die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft.

Das sind selbstverwaltete Körperschaften: Die Selbstverwaltung ist zu gleichen Teilen mit Vertretern von Arbeitgebern und Versicherten besetzt.

Ich habe eine private Unfallversicherung. Muss ich mich zunächst an diese halten?

Die gesetzliche Unfallversicherung tritt bei einem Versicherungsfall unabhängig vom Bestehen anderer Ansprüche ein. Sie tritt nicht nachrangig ein.

Wie wird die gesetzliche Unfallversicherung finanziert?

Die gesetzliche Unfallversicherung wird durch die Unternehmer aus Wirtschaft und öffentlicher Hand finanziert. Die Berufsgenossenschaften werden durch Beiträge der Wirtschaft finanziert, die Unfallkassen aus dem Steueraufkommen der öffentlichen Hand.

Da die Beiträge von den Unternehmern getragen werden, ist der Versicherungsschutz für die Versicherten beitragsfrei. Eine Besonderheit gilt für die freiwillige Versicherung, die z. B. für gewählte oder beauftragte Ehrenamtsträger in gemeinnützigen Vereinen abgeschlossen werden kann: In aller Regel werden die Vereine die Anmeldung der Versicherten bei den Unfallversicherungsträgern und die Beitragsleistung übernehmen; tun sie dies nicht, können auch die gewählten oder beauftragten Ehrenamtsträger selbst von der Versicherungsmöglichkeit Gebrauch machen.

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